Hausmittel gegen Halsschmerzen: Was den gereizten Hals beruhigt

Mann mit Halsschmerzen hält sich den Hals und trinkt eine Tasse Tee
Warmer Tee und Ruhe können bei Halsschmerzen als wohltuend empfunden werden.

Der Hals kratzt, das Schlucken schmerzt und selbst längeres Sprechen wird unangenehm: Halsschmerzen gehören zu den typischen Beschwerden bei Erkältungen und anderen Atemwegsinfekten. In vielen Fällen verschwinden sie nach einigen Tagen von selbst. Bis dahin können bewährte Hausmittel dabei helfen, die gereizten Schleimhäute zu befeuchten und die Beschwerden erträglicher zu machen.

Welche Maßnahmen tatsächlich angenehm sind, unterscheidet sich von Person zu Person. Manche empfinden warme Getränke als wohltuend, andere bevorzugen kühle Speisen oder einen kalten Halswickel. Wichtig ist vor allem, ausreichend zu trinken, den Hals nicht zusätzlich zu reizen und dem Körper Erholung zu gönnen.

Wichtig: Hausmittel können Beschwerden lindern, ersetzen bei starken, anhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen jedoch keine ärztliche Untersuchung.

Hausmittel bei Halsschmerzen: Das Wichtigste im Überblick

  • Regelmäßiges Trinken verhindert, dass Mund und Rachen stark austrocknen.
  • Lauwarmes Salzwasser kann zum Gurgeln verwendet werden.
  • Salbei-, Kamillen- oder Thymiantee werden häufig als wohltuend empfunden.
  • Honig kann sich beruhigend auf einen gereizten Hals legen.
  • Warme oder kühle Halswickel können das persönliche Wohlbefinden verbessern.
  • Rauch, Alkohol, sehr scharfe Speisen und extrem heiße Getränke sollten möglichst vermieden werden.
  • Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet.
  • Atemnot, ausgeprägte Schluckprobleme oder eine deutliche Verschlechterung müssen ärztlich abgeklärt werden.

Woher kommen Halsschmerzen?

Akute Halsschmerzen entstehen häufig im Zusammenhang mit einer viralen Atemwegsinfektion. Die Schleimhaut im Rachen entzündet sich, wird empfindlicher und kann anschwellen. Typische Folgen sind ein kratzendes Gefühl, Schmerzen beim Schlucken, Heiserkeit oder ein trockener Hustenreiz.

Neben Erkältungsviren können auch andere Auslöser hinter den Beschwerden stecken. Dazu gehören beispielsweise:

  • eine Entzündung der Mandeln oder des Rachens,
  • trockene Raumluft,
  • Tabakrauch und andere Reizstoffe,
  • eine starke Beanspruchung der Stimme,
  • Allergien,
  • Schnarchen oder eine überwiegende Mundatmung,
  • der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und den Rachen.

Eine Mandel- oder Rachenentzündung kann sowohl durch Viren als auch durch Bakterien verursacht werden. Selbst bei einer bakteriellen Infektion ist nicht in jedem Fall automatisch ein Antibiotikum notwendig. Ob eine solche Behandlung sinnvoll ist, sollte ärztlich entschieden werden.

Mit Salzwasser gurgeln

Das Gurgeln mit warmem Salzwasser gehört zu den bekanntesten Hausmitteln bei Halsschmerzen. Die Flüssigkeit befeuchtet den Rachen und kann dazu beitragen, zähen Schleim und Sekret zu lösen. Viele Menschen empfinden das Gurgeln außerdem als angenehm bei einem geschwollenen oder gereizten Hals.

So wird die Salzlösung zubereitet

Einen halben Teelöffel gewöhnliches Speisesalz in einem Glas mit etwa 250 Millilitern warmem Wasser auflösen. Anschließend einige Sekunden gurgeln und die Lösung wieder ausspucken.

Der Vorgang kann mehrmals über den Tag verteilt wiederholt werden. Die Salzlösung sollte nicht heruntergeschluckt werden. Für kleine Kinder ist diese Methode nicht geeignet, weil sie die Flüssigkeit versehentlich verschlucken oder sich daran verschlucken könnten.

Alternativ können abgekühlte Kräutertees zum Gurgeln verwendet werden. Dazu eignen sich beispielsweise Salbei- oder Kamillentee, sofern die verwendeten Pflanzen gut vertragen werden.

Ausreichend trinken und den Hals feucht halten

Bei Halsschmerzen ist es hilfreich, regelmäßig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch trocknen die Schleimhäute weniger stark aus. Wasser, milde Kräutertees oder eine warme Brühe sind meist gut verträglich.

Getränke müssen dabei nicht möglichst heiß sein. Sehr heiße Flüssigkeiten können die empfindliche Rachenschleimhaut zusätzlich reizen. Angenehmer sind lauwarme, warme oder bei Bedarf auch kühle Getränke.

Auch weiche und kühle Speisen können das Schlucken erleichtern. Möglich sind beispielsweise Joghurt, Pudding, Suppen oder ein mildes Fruchteis. Stark säurehaltige Getränke wie konzentrierter Zitronensaft oder manche Fruchtsäfte können im entzündeten Hals brennen.

Welcher Tee hilft bei Halsschmerzen?

Kräutertees können den Hals befeuchten und durch ihre Wärme beruhigend wirken. Besonders häufig werden folgende Sorten verwendet:

Salbeitee

Salbei wird traditionell bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Der Tee kann langsam getrunken oder nach dem Abkühlen zum Gurgeln verwendet werden.

Kamillentee

Kamillentee schmeckt vergleichsweise mild und wird von vielen Menschen gut vertragen. Er eignet sich sowohl zum Trinken als auch zum Gurgeln.

Menschen mit einer bekannten Allergie gegen Korbblütler sollten bei Kamillenprodukten allerdings vorsichtig sein.

Thymiantee

Thymian ist vor allem als Bestandteil von Erkältungs- und Hustentees bekannt. Sein würziges Aroma wird bei einer verstopften Nase oder verschleimten Atemwegen häufig als angenehm empfunden.

Eibischtee

Die Wurzel des Eibischs enthält Schleimstoffe, die sich wie ein leichter Film über gereizte Schleimhäute legen können. Eibischwurzel wird üblicherweise mit kaltem oder lauwarmem Wasser angesetzt, damit sich die Schleimstoffe lösen.

Bei Arzneitees und pflanzlichen Präparaten sollten stets die Zubereitungshinweise auf der Verpackung beachtet werden. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger ist oder an chronischen Erkrankungen leidet, sollte sich vor der Anwendung in der Apotheke oder ärztlich beraten lassen.

Ingwertee bei Halsschmerzen

Ingwer besitzt einen intensiven, leicht scharfen Geschmack und wird gern als Erkältungsgetränk verwendet. Für einen einfachen Ingwertee werden einige dünne Scheiben frischer Ingwer mit heißem Wasser übergossen. Nach etwa zehn Minuten kann der Tee getrunken werden.

Bei einem stark gereizten Hals kann die Schärfe allerdings unangenehm sein. In diesem Fall sollte der Tee schwächer zubereitet oder auf ein milderes Getränk ausgewichen werden.

Ein wenig Honig kann den Geschmack abrunden. Zitrone sollte nur sparsam verwendet werden, wenn die Säure im Hals brennt.

Zwiebelsaft selbst zubereiten

Zwiebelsaft ist ein traditionelles Hausmittel bei Erkältungsbeschwerden. Er wird besonders häufig bei gleichzeitigem Husten eingesetzt.

Einfaches Rezept für Zwiebelsaft

  1. Eine mittelgroße Zwiebel schälen und fein würfeln.
  2. Die Zwiebelstücke in ein sauberes, verschließbares Glas geben.
  3. Mit zwei bis drei Esslöffeln Honig oder Zucker vermischen.
  4. Das Glas verschließen und mehrere Stunden im Kühlschrank stehen lassen.
  5. Die entstandene Flüssigkeit durch ein feines Sieb abgießen.

Der Saft sollte frisch zubereitet, gekühlt aufbewahrt und zeitnah verbraucht werden. Wegen des enthaltenen Honigs darf diese Variante nicht an Säuglinge unter einem Jahr gegeben werden.

Zwiebelsaft ersetzt keine medizinische Behandlung. Seine Wirkung bei Halsschmerzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, dennoch wird er von manchen Menschen als angenehm empfunden.

Honig beruhigt den gereizten Hals

Honig hat eine dickflüssige Konsistenz und kann sich vorübergehend wie ein Schutzfilm auf die gereizte Schleimhaut legen. Ein Teelöffel lässt sich langsam im Mund zergehen oder in einen warmen, nicht mehr kochend heißen Tee einrühren.

Ob gewöhnlicher Blütenhonig, Waldhonig oder Manuka-Honig verwendet wird, ist für ein einfaches Hausmittel weniger entscheidend als der persönliche Geschmack. Teure Spezialprodukte sind zur Linderung unkomplizierter Halsschmerzen normalerweise nicht erforderlich.

Kein Honig für Babys: Kinder unter zwölf Monaten dürfen keinen Honig bekommen. Er kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten und bei Säuglingen eine gefährliche Vergiftung auslösen.

Halswickel: Warm oder kalt?

Ob ein warmer oder kühler Wickel angenehmer ist, hängt vom persönlichen Empfinden ab. Eine zuverlässige Heilwirkung von Halswickeln ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen. Als unterstützende Wohlfühlmaßnahme können sie dennoch ausprobiert werden.

Wichtig ist, dass der Wickel weder unangenehm heiß noch eiskalt auf die Haut gelegt wird. Bei Kreislaufproblemen, Sensibilitätsstörungen, Hauterkrankungen oder unklaren Beschwerden sollte vorher medizinischer Rat eingeholt werden.

Warmer Kartoffelwickel

Für einen Kartoffelwickel werden einige Kartoffeln weich gekocht und grob zerdrückt. Die Masse kommt zwischen zwei Baumwolltücher und wird vor dem Auflegen sorgfältig auf eine angenehme Temperatur geprüft.

Der Wickel wird anschließend um den Hals gelegt und mit einem weiteren Tuch fixiert. Sobald er auskühlt oder unangenehm wird, sollte er entfernt werden.

Warmer Zwiebelwickel

Eine Zwiebel wird fein geschnitten und leicht erwärmt. Danach werden die Stücke in ein dünnes Baumwolltuch eingeschlagen und auf den Hals gelegt.

Auch hier muss die Temperatur vor dem Auflegen geprüft werden. Direkter Hautkontakt mit heißen Zwiebelstücken ist zu vermeiden.

Kühler Quarkwickel

Für einen Quarkwickel wird kühler Speisequark etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch oder eine Mullkompresse gestrichen. Darüber kommt eine weitere Stoffschicht, damit der Quark nicht direkt auf der Haut liegt.

Der Wickel kann am Hals bleiben, bis er sich erwärmt oder nicht mehr angenehm anfühlt.

Feuchter Halswickel

Ein dünnes Baumwolltuch wird mit kühlem Wasser angefeuchtet, gut ausgewrungen und um den vorderen Halsbereich gelegt. Darüber kommt ein trockenes Tuch oder ein Schal.

Der Wickel sollte nicht zu eng sitzen. Treten Frösteln, Unwohlsein oder eine Zunahme der Schmerzen auf, muss er entfernt werden.

Hausmittel bei Halsschmerzen für Kinder

Auch bei Kindern entstehen Halsschmerzen häufig durch einen viralen Infekt. Ruhe, regelmäßiges Trinken und eine angenehme Raumluft können die Genesung unterstützen.

Geeignet sind beispielsweise Wasser oder milder, nur lauwarmer Kräutertee. Saure Fruchtsäfte können im entzündeten Hals brennen und sollten bei entsprechenden Beschwerden besser gemieden werden.

Honig darf erst ab einem Alter von zwölf Monaten angeboten werden. Bei kleinen Kindern ist außerdem auf die Verschluckungsgefahr zu achten: Harte Bonbons und kleine Lutschpastillen sind für sie nicht geeignet.

Bei Kindern sollte früher ärztlicher Rat eingeholt werden als bei gesunden Erwachsenen – insbesondere bei hohem Fieber, einem deutlich reduzierten Allgemeinzustand, Atemproblemen, Hautausschlag, starkem Speichelfluss oder der Verweigerung von Flüssigkeit.

Was hilft bei starken Schluckschmerzen?

Sind die Schmerzen beim Schlucken ausgeprägt, können folgende Maßnahmen kurzfristig Erleichterung bringen:

  • häufig kleine Mengen trinken,
  • kühle oder weiche Lebensmittel essen,
  • warme oder kühle Getränke nach persönlicher Vorliebe wählen,
  • mit Salzwasser gurgeln, sofern dies sicher möglich ist,
  • Honig langsam im Mund zergehen lassen,
  • die Stimme schonen,
  • Rauch und andere Reizstoffe meiden,
  • in der Apotheke nach geeigneten Lutschpastillen oder Schmerzmitteln fragen.

Rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen kommen grundsätzlich infrage, sind aber nicht für jeden Menschen geeignet. Dosierung, Alter, mögliche Vorerkrankungen, Schwangerschaft und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen berücksichtigt werden. Die Packungsbeilage und eine fachkundige Beratung sind daher wichtig.

Hilft Hühnersuppe bei Halsschmerzen?

Eine warme Hühnersuppe kann eine Erkältung nicht heilen. Sie liefert jedoch Flüssigkeit, Wärme und leicht verdauliche Nährstoffe. Bei Schluckbeschwerden lässt sich eine milde Brühe oft leichter essen als feste Nahrung.

Mit Gemüse, Nudeln, Reis oder Kartoffeln wird daraus eine sättigende Mahlzeit. Entscheidend ist weniger eine spezielle medizinische Wirkung als die Tatsache, dass eine Suppe Flüssigkeit zuführt und häufig als wohltuend empfunden wird.

Die Suppe sollte nicht zu heiß, zu salzig oder scharf gewürzt sein.

Was man bei Halsschmerzen besser vermeiden sollte

Ein entzündeter Rachen reagiert besonders empfindlich auf zusätzliche Reize. Folgende Dinge können die Beschwerden verstärken:

  • Rauchen und Passivrauch,
  • hochprozentiger Alkohol,
  • sehr heiße Getränke,
  • scharf gewürzte Speisen,
  • stark saure Säfte,
  • trockene Heizungsluft,
  • dauerhaftes Flüstern oder lautes Sprechen.

Flüstern schont die Stimme nicht zwangsläufig. Es kann den Kehlkopf sogar zusätzlich beanspruchen. Besser ist es, insgesamt wenig und mit entspannter, normaler Stimme zu sprechen.

Wann sollte man mit Halsschmerzen zum Arzt?

Die meisten unkomplizierten Halsschmerzen bessern sich innerhalb weniger Tage. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn die Beschwerden stark sind, ungewöhnlich lange anhalten oder von weiteren Symptomen begleitet werden.

Eine ärztliche Untersuchung ist insbesondere angezeigt bei:

  • Atemnot oder pfeifender Atmung,
  • erheblichen Schwierigkeiten beim Schlucken,
  • dem Gefühl, dass der Hals stark anschwillt,
  • ausgeprägtem Speichelfluss, weil Schlucken kaum möglich ist,
  • hohem oder anhaltendem Fieber,
  • Hautausschlag,
  • deutlich geschwollenen Halslymphknoten,
  • Eiter oder auffälligen Belägen auf den Mandeln,
  • Blut im Speichel,
  • Zeichen eines Flüssigkeitsmangels,
  • einseitig sehr starken Beschwerden,
  • wiederkehrenden Halsschmerzen,
  • anhaltender Heiserkeit,
  • einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands.

Notfall: Bei Atemnot oder wenn Speichel und Flüssigkeit nicht mehr geschluckt werden können, ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.

Fazit: Beschwerden lindern und Warnzeichen beachten

Hausmittel können einen gereizten Hals befeuchten und die Zeit bis zur Besserung angenehmer machen. Besonders unkompliziert sind ausreichendes Trinken, milde Tees, Honig für Erwachsene und Kinder über einem Jahr sowie das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser.

Nicht jedes Hausmittel wirkt bei jedem Menschen gleich. Entscheidend ist, was als angenehm empfunden und gut vertragen wird. Verschlimmern sich die Beschwerden oder treten Warnzeichen wie Atemnot, hohes Fieber oder erhebliche Schluckprobleme auf, sollte nicht weiter allein zu Hause behandelt werden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Wichtiger Hinweis: Alle Inhalte dienen ausschließlich zu Unterhaltungs- und Informationszwecken. Wir übernehmen keine Haftung oder Gewährleistung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Inhalte. Die von uns bereitgestellten Empfehlungen sind eigenverantwortlich zu nutzen. Wir ersetzen weder eine Rechtsberatung, noch eine ärztliche Behandlung. Bei Bedarf oder individuellen Zuständen wenden Sie sich bitte an fachspezifische Experten.

Über Luxusmann.de 611 Artikel
Luxusmann ist das online Männermagazin für den modernen Gentleman. Luxusmann gibt Ihnen Einblicke in die Welt des Luxus leben und zeigt, Ihnen wie man sich als Mann stilvoll kleidet, verhält und entspannen kann.